Nordischer Prolog · Kapitel 2

II. Die Zeit der falschen Banner

Es war eine Zeit,
in der zahllose Reiche aus dem Boden wuchsen,
wie Pilze nach schwerem Regen.
Überall wurden Banner gehisst.
Überall wurden Worte gesprochen,
groß, laut und voll falscher Hoffnung.

Man sprach von Gemeinschaft.
Man sprach von Fairness.
Man sprach von Freiheit.
Man sprach davon, dass jeder willkommen sei,
dass jeder dieselbe Chance habe,
dass jedes Schwert, jeder Stein und jede Tat
den gleichen Wert trügen.

Doch unter vielen dieser Banner
lag Fäulnis im Balkenwerk.

Denn manche Reiche waren nicht das,
was sie vorgaben zu sein.
Sie trugen den Mantel der Gerechtigkeit,
doch darunter schlug das Herz der Gier.
Sie riefen nach Gleichheit,
doch in Wahrheit beugten sie das Knie vor dem Gold.
Sie predigten Fairness,
doch ihre Tore öffneten sich weiter für den Kaufenden
als für den Ehrlichen.

So kam es,
dass manche Herrscher laut verkündeten,
ihr Reich sei kein Pay-to-Win.
Sie schworen bei ihren Hallen,
sie schworen bei ihren Namen,
sie schworen bei ihrer Gemeinschaft.

Doch ihre Worte waren schwach
gegen das Gewicht ihrer Taten.

Denn hinter ihren Toren
wurden Vorteile verkauft.
Macht wurde gehandelt.
Stärke wurde zur Ware gemacht.
Und wer mithalten wollte,
musste mit echtem Geld Kristalle kaufen,
um sich Vorteile gegenüber anderen zu verschaffen.

Nicht Mut entschied dort.
Nicht Treue.
Nicht Geduld.
Nicht Einsatz.
Nicht die Standhaftigkeit des Spielers.

Nein.

Dort entschied der Kauf.
Dort entschied der Beutel.
Dort entschied das Gold.

Und wenn Gold den Sieg bestimmt,
wenn Echtgeld den Fortschritt beschleunigt,
wenn sich Stärke, Schutz oder Einfluss
mit Geld erkaufen lassen,
dann ist jedes Leugnen vergebens.

Dann ist es Pay-to-Win.

Mag der Herrscher es leugnen.
Mag die Halle es verschweigen.
Mag das Banner noch so hell im Wind flattern.

Die Wahrheit bleibt dieselbe.

Wo Macht gekauft werden kann,
dort stirbt Fairness.
Wo Vorteile verkauft werden,
dort wird Ehre verspottet.
Wo Echtgeld über das Gleichgewicht entscheidet,
dort ist Gemeinschaft nicht Bund, sondern Geschäft.

So wurden viele Reiche nicht zu Hallen der Brüderlichkeit,
sondern zu Märkten der Gier.